Liquids für E-Zigaretten werden bald besteuert
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Französische Dampfer müssen sich auf eine Änderung des Preises ihrer Liquids einstellen. Bislang war Frankreich in Europa eine Ausnahme ohne spezifische Besteuerung der Liquids für E-Zigaretten. Diese Lage nähert sich ihrem Ende: Ob durch nationale Entscheidung oder über eine europäische Harmonisierung — Liquids werden bald Steuern unterliegen. Hier der Kontext, die Motive der Maßnahme und die für Vape-Verbraucher zu erwartenden Folgen.
Aktueller Kontext: das Ende einer französischen Ausnahme
Derzeit enthält der Kauf einer Liquid-Flasche in Frankreich nur die übliche Mehrwertsteuer — ohne zusätzliche Verbrauchsteuer. Das hat Frankreich lange unterschieden, während die meisten Nachbarn bereits spezifische Steuern auf diese Produkte eingeführt haben. Nach Schätzungen besteuern bereits 23 der 27 EU-Länder Liquids. Zum Beispiel:
- Belgien: Verbrauchsteuer von etwa 0,15 € pro Milliliter Liquid.
- Deutschland: Verbrauchsteuer von etwa 0,20 € pro ml (mit geplanten Erhöhungen in den kommenden Jahren).
- Italien: zwischen 0,10 € und 0,13 € pro ml je nach Liquid.
- Spanien: seit dem 1. April 2025 Steuer von 0,15 € pro ml auf Liquids mit niedrigem Nikotingehalt und 0,20 € pro ml für stärker nikotinhaltige Liquids.
Frankreich hatte diesen Schritt einer solchen Vape-Besteuerung bislang nicht getan. Ende 2024 schlug ein Änderungsantrag zum Haushaltsgesetz 2025 eine Steuer von 0,15 € pro Milliliter auf alle Liquids für E-Zigaretten vor (einschließlich nikotinfreier). Der Vorschlag versprach rund 150 bis 200 Millionen Euro jährliche Einnahmen und sollte «eine steuerliche Anomalie beenden», indem die Vape an den Tabak angeglichen wird. Im November 2024 von der Nationalversammlung angenommen, wurde das Vorhaben wenige Wochen später gestoppt: Der Senat zog den Antrag mit Unterstützung der Regierung vor dem finalen Gesetz zurück und berief sich auf das Risiko einer Rückkehr der Dampfer zum Tabak. Das war jedoch nur ein Aufschub. Französische wie europäische Behörden haben die Idee einer Vape-Besteuerung nicht aufgegeben und halten sie für eine Frage der Zeit.
Die Motive: öffentliche Gesundheit, Jugend und Harmonisierung
Warum Liquids für E-Zigaretten besteuern? Mehrere offizielle Motive werden angeführt:
- Jugendschutz: Die öffentlichen Stellen sorgen sich um die wachsende Popularität des Dampfens bei Jugendlichen. Das vorgebrachte Argument lautet, dass Nikotin — eine abhängigkeitserzeugende Substanz — in vielen Liquids die Begrenzung der Attraktivität der E-Zigarette rechtfertige. Indem man diese Produkte teurer macht, hoffen Entscheidungsträger, Minderjährige und junge Erwachsene vom Konsum abzuhalten und zu verhindern, dass die Vape zum Einstieg in die Nikotinabhängigkeit wird.
- Angleichung an den Tabak: Herkömmlicher Tabak wird seit Jahrzehnten stark besteuert — aus Gründen der öffentlichen Gesundheit (höhere Preise zur Entmutigung des Konsums) und der Haushaltsrendite. Die E-Zigarette werde oft als Alternative zum Tabak genutzt. Befürworter einer Steuer halten es für folgerichtig, die Besteuerung von klassischen Zigaretten und Liquids zu harmonisieren, damit die Vape keinen rein finanziellen Vorteil gegenüber Tabak erhält.
- Europäische Harmonisierung: Da jedes Land eigene Regeln hat, entstehen große Preisunterschiede in der EU und grenzüberschreitende Käufe werden gefördert. Die Europäische Kommission will daher eine gemeinsame Mindeststeuer auf Nikotinprodukte (erhitzter Tabak, Nikotinbeutel und Liquids) in allen Mitgliedstaaten einführen. Im Juli 2025 hat Brüssel einen Richtlinienentwurf formalisiert, wonach alle EU-Länder bis 2026–2027 eine Verbrauchsteuer auf Liquids mit definierten Mindestätzen anwenden sollen. Die Kommission schlägt etwa ein Minimum von 0,12 € pro ml für Liquids unter 15 mg/ml Nikotin und 0,36 € pro ml darüber vor (oder eine Besteuerung entsprechend 20 % bzw. 40 % des Einzelhandelspreises). Das spiegelt einen doppelten Willen: Preisunterschiede von Land zu Land zu vermeiden und Gesundheitszielen auf europäischer Ebene zu entsprechen.
- Steuereinnahmen: Schließlich darf der finanzielle Aspekt nicht vernachlässigt werden. Mit nahe an 4 Millionen Dampfern in Frankreich stellt die Vape einen erheblichen Markt dar. Eine Sondersteuer brächte dem Staat nicht unerhebliche Einnahmen. In einem engen Haushaltskontext sind diese neuen Ressourcen (auf mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr geschätzt) ein gewichtiges Argument zugunsten der Maßnahme.
Sorgen und Kritik: Risiko einer Rückkehr zum Tabak?
Gegenüber diesen offiziellen Begründungen erheben sich zahlreiche Stimmen gegen die Besteuerung von Liquids. Tabakologen, Verbände der Risikoreduktion (wie die FIVAPE, der interprofessionelle Vape-Verband) und natürlich Branchenakteure äußern ihre Bedenken:
- Ein Schlag gegen die Anti-Tabak-Politik: Die E-Zigarette gilt bei vielen Experten als wirksames Instrument der Entwöhnung vom Tabak. In Frankreich schätzt man, dass die Vape bereits Hunderttausenden Rauchern geholfen hat, ihren Tabakkonsum zu senken oder aufzugeben. Die Vape wie Tabak zu besteuern sende Rauchern eine verwirrte Botschaft, machen sie geltend: Es komme einer Gleichsetzung mit der herkömmlichen Zigarette eines Produkts gleich, das sie für deutlich weniger schädlich halten. Tabakologen warnen, dass eine starke Preiserhöhung bei Liquids manche Dampfer dazu verleiten könnte, zu klassischen Zigaretten zurückzukehren — günstiger, aber nach ihren Worten weit gefährlicher für die Gesundheit. Mit anderen Worten: Die Maßnahme könnte kontraproduktiv sein und den Rückgang des Tabakkonsums bremsen.
- Begünstigung der Zigarettenhersteller? Mehrere Beobachter stellen fest, dass die Tabakindustrie sich auf dem Vape-Markt positioniert hat — insbesondere über Einweg-E-Zigaretten («Puffs») oder Geräte mit vorgefüllten Kapseln. Diese Produkte, oft von Tochtergesellschaften großer Zigarettenhersteller gefertigt, enthalten wenig Liquid und wären von einer Steuer pro Milliliter relativ weniger betroffen. Unabhängige Liquid-Hersteller und Fachgeschäfte (die den Großteil des heutigen Marktes bilden) wären dagegen schwer getroffen. Vape-Akteure fürchten daher, eine einheitliche Besteuerung begünstige die «geschlossenen» Vape-Produkte der Zigarettenhersteller zulasten der flaschenweise verkauften Liquids und verlagere einen Teil des Marktes zu den Tabakmultinationals.
- Auswirkungen auf die Kaufkraft und Schwarzmarkt: Bei Verbrauchern geht die Sorge um die höheren Kosten. Eine Steuer von 0,15 € pro ml etwa verteuerte eine Standardflasche von 10 ml um etwa 1,50 € (ohne MwSt.). Bei einer großen 50-ml-Flasche wären es 7,50 € mehr — ein starker Anstieg des Endpreises. DIY-Anhänger (selbst hergestellte Liquids) wären noch stärker betroffen, weil nikotinhaltige Basen in Großvolumen sehr teuer würden. Es besteht auch das Risiko, dass ein Teil der Nutzer auf Parallelkanäle ausweicht, um die Steuer zu umgehen: nicht deklarierte Importe aus dem Ausland, Online-Käufe außerhalb der EU oder selbstgemachte, unkontrollierte Liquids. Gesundheitsfachleute erinnern daran, dass ein Schwarzmarkt des Dampfens Nutzer Produkten schlechter Qualität ohne gesundheitliche Garantie aussetzen könnte — vergleichbar mit gepanschten Liquids, die 2019 in den USA eine Welle von Lungenerkrankungen ausgelöst hatten.

Welche Auswirkungen für französische Dampfer?
Konkret: Was ändert sich für Verbraucher von E-Zigaretten in Frankreich? Wird eine Besteuerung eingeführt, steigt der Preis der Liquids unweigerlich. Jede Liquid-Flasche erhielte einen festen Betrag pro Milliliter. Eine heute 5 € teure 10-ml-Flasche könnte etwa mit einer Steuer von 15 ct/ml auf rund 6,50 € steigen (ohne mögliche MwSt. auf diese Steuer). Für einen durchschnittlichen Dampfer mit 2 ml Verbrauch pro Tag wären das etwa 9 € mehr pro Monat. Starke Dampfer wären stärker betroffen. Trotz dieses Anstiegs bleibt festzuhalten, dass Dampfen in der Regel weiterhin günstiger bleibt als Rauchen. Ein Raucher mit einer Schachtel Zigaretten pro Tag gibt leicht 10 bis 12 € täglich aus — also mehr als 300 € im Monat. Zum Vergleich: Auch mit Steuer gibt ein Dampfer für dieselbe aufgenommene Nikotinmenge deutlich weniger aus — besonders bei Großformatflaschen oder selbst hergestelltem Liquid. Der Kostenvorteil bleibt also bei der Vape, ungeachtet der von manchen angeführten gesundheitlichen Aspekte. Zudem suchen manche Geschäfte und Vape-Marken bereits Lösungen, um die Steuerwirkung abzumildern: Aktionsangebote, Treueprogramme oder teilweise Übernahme der Erhöhung, um das Budget treuer Kunden zu schonen.
Auf dem Weg zur baldigen Annahme der Steuer
An diesem Punkt lautet die Frage nicht mehr wirklich «ob» Liquids besteuert werden, sondern «wann» und wie. Auf nationaler Ebene hat die französische Regierung die direkte Besteuerung vorerst gebremst und wartet vermutlich auf eine koordinierte europäische Entscheidung. Diese Strategie verschafft Zeit, doch Frankreich dürfte sich am Ende an die künftige europäische Richtlinie anpassen. Brüssel zielt auf eine harmonisierte Besteuerung bis 2026–2027, mit Inkrafttreten spätestens am 1. Januar 2028 in allen Unionsländern. Das lässt noch einige Jahre Aufschub, doch der Prozess ist in Gang. Fazit: Liquids für E-Zigaretten werden bald besteuert — ob über ein französisches Gesetz oder durch europäische Verpflichtung. Dampfer und Fachleute müssen sich darauf vorbereiten. Diese Entwicklung gehört zu einer breiteren Debatte über den Platz der E-Zigarette in der Gesundheitspolitik: Instrument der Risikoreduktion, das zu fördern ist, oder nikotinhaltiges Produkt, das wie Tabak zu regeln und zu besteuern ist? Bis zur wirksamen Anwendung der Steuer gehen die Gespräche zwischen Befürwortern und Gegnern weiter. In jedem Fall wird es wesentlich sein, die Wirkung dieser Besteuerung auf das Verhalten zu beobachten: Das erklärte Ziel ist der Schutz Jugendlicher und der öffentlichen Gesundheit, ohne Raucher in der Entwöhnung zu benachteiligen. Man hofft, dass die Maßnahme einmal in Kraft das richtige Gleichgewicht zwischen diesen Anliegen findet. Bis dahin sollten Dampfer informiert bleiben: Ihre bevorzugte Flasche könnte in naher Zukunft teurer werden.
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