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Europäische Tabakbranche appelliert an Brüssel zur Revision der Tabakrichtlinie

Europäische Tabakbranche appelliert an Brüssel zur Revision der Tabakrichtlinie

Im November 2025 hat die europäische Tabakbranche einen gemeinsamen Appell an die Europäische Kommission zu den künftigen Maßnahmen der Tabakregulierung gerichtet. Die Initiative fällt in eine Zeit, in der die Europäische Union eine Verschärfung ihrer Regeln für Tabakprodukte (Überarbeitung der Richtlinie TPD2) und der Tabakbesteuerung vorbereitet.

Kontext: auf dem Weg zu einer neuen Tabakrichtlinie in Europa

Die europäische Richtlinie über Tabakprodukte von 2014 soll überarbeitet werden, und die Kommission plant, dieses Vorhaben 2026 unter dem Druck mehrerer Mitgliedstaaten anzugehen. Parallel hat Brüssel im Juli 2025 eine Neufassung der Tabakbesteuerung vorgeschlagen, mit einer drastischen Anhebung der Mindestverbrauchsteuern (+140 % auf Zigaretten, +260 % auf Feinschnitt) und der Einbeziehung neuer nikotinhaltiger Produkte (Dampfen, erhitzter Tabak, Nikotinbeutel) in die Steuerbemessungsgrundlage. Die Aussicht auf diese Änderungen erklärt die Mobilisierung der Branche.

Eine gemeinsame Erklärung der Tabakbranche

Anfang Dezember 2025 wurde ein gemeinsames Schreiben, unterzeichnet von 88 Organisationen der europäischen Tabakbranche – von den großen Herstellern (BAT, JTI, Philip Morris, Imperial Brands) bis zu Verbänden der Tabakanbauer, der Hersteller rauchfreier Tabakprodukte und der Tabakhändler mehrerer Länder – an die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und den Kommissar Wopke Hoekstra gerichtet. Es handelt sich um eine ungewöhnliche Koalition, die die gemeinsame Besorgnis von Industrie, Landwirten und Händlern angesichts der von Brüssel erwogenen Maßnahmen belegt.

Die Erklärung hebt das sozioökonomische Gewicht des Tabaks in Europa hervor. Die Branche hat erhebliches Gewicht: Sie steht für 224 Milliarden Euro BIP, 112,9 Milliarden Euro jährliche Steuereinnahmen und 2,1 Millionen Arbeitsplätze in Europa. Solche Zahlen, unterstreichen die Unterzeichner, müsse die Kommission in ihren Abwägungen berücksichtigen.

Zentrale Botschaften an die Kommission

Die Fachleute des Sektors formulieren mehrere Forderungen an die europäischen Behörden:

  • Berücksichtigung der wirtschaftlichen Realitäten: die wirtschaftlichen Auswirkungen der Maßnahmen in jedem Land einbeziehen, um einen Sektor nicht zu schwächen, der für viele nationale Volkswirtschaften weiterhin bedeutsam bleibt.
  • Berücksichtigung lokaler Besonderheiten: die Unterschiede zwischen Ländern (Lebensstandards, nationale Kontexte) beachten statt eines einheitlichen Ansatzes, der für manche Staaten ungeeignet wäre.
  • Kampf gegen den illegalen Handel: den Kampf gegen den illegalen Markt zur Priorität machen. Die Branche fürchtet, dass eine übermäßige Steuererhöhung grenzüberschreitende Käufe und den kriminellen Handel anregen könnte – zulasten der öffentlichen Gesundheit und der Steuereinnahmen der Staaten.

Genannte Risiken: Parallelmarkt und wirtschaftliche Auswirkungen

Die Tabakbranche warnt Brüssel vor den unerwünschten Effekten einer zu strengen Regulierung. Einerseits drohen starke Verbrauchsteuererhöhungen ihrer Ansicht nach eher den Parallelmarkt zu speisen, als das Rauchen zu verringern. Die Unterzeichner erinnern daran, dass 2024 mehr als 52 Milliarden illegale Zigaretten in Europa konsumiert wurden. Eine abrupte Steuerangleichung auf europäischer Ebene böte den kriminellen Netzwerken eine historische Gelegenheit und entzöge der öffentlichen Hand zugleich wesentliche Kontrollhebel.

Andererseits erwartet die Branche einen wirtschaftlichen Schock für den legalen Sektor. Eine zu hohe Besteuerung würde die offiziellen Akteure der Branche dauerhaft schwächen, Arbeitsplatzverluste und sogar einen paradoxen Rückgang der Steuereinnahmen für die Staaten nach sich ziehen. Zudem würden solche Maßnahmen Länder und Haushalte mit bescheidenen Einkommen belasten und könnten Raucher in inoffizielle Kanäle abdrängen.

Angesichts dieser Warnungen fordert die europäische Tabakbranche einen konstruktiven Dialog mit den EU-Behörden. Ihr Ziel ist es, Innovation und wirtschaftliches Wachstum des Sektors mit den von der EU verfolgten gesundheitspolitischen Vorgaben zu verbinden – für eine Tabakregulierung, die zugleich wirksam und tragfähig ist.

Quellen: EU Reporter; Euronews; La Santé Publique; KPMG-Bericht 2024

Einzelne Abbildungen in diesem Artikel können von einer künstlichen Intelligenz erzeugt oder bearbeitet worden sein.

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