Warum hat Philip Morris Interpol finanziert?
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Es scheint fast unglaublich, doch Philip Morris hat Interpol tatsächlich per Scheck finanziert und sogar eine Vereinbarung mit der internationalen Polizeiorganisation unterzeichnet.
Eine Finanzierung, die stört
Interpol ist eine internationale Polizeiorganisation mit Sitz in Lyon; die Idee, eine solche Gruppe zu schaffen, entstand ursprünglich in Frankreich durch Edmond Locard, Professor für Rechtsmedizin.
Die Gründung von Interpol verlief eher angespannt. Dennoch entstand die Organisation und zählt heute 195 Mitgliedsländer. Seit 50 Jahren von den Vereinten Nationen anerkannt, besteht ihre Rolle vor allem in der Suche nach Personen mittels Farbcodes: Rot für Verdächtige, Gelb für Vermisste und Schwarz für die Identifizierung von Leichen. Der blaue Code dient der Informationsbeschaffung, der grüne kennzeichnet Personen, die die öffentliche Sicherheit bedrohen.
In 50 Jahren Existenz hat Interpol zahlreiche Skandale erlebt. Als arme Institution mit einem Budget von 136 Millionen Euro für 995 Mitarbeiter beurteilt, die auf 19 Datenbanken mit insgesamt 66 000 aktiven Einträgen arbeiten. Die Länder tun sich schwer, Mittel bereitzustellen; deshalb greift die Organisation inzwischen auf private Finanzierungen zurück.

Private Finanzierungen von Interpol: ein Ethikproblem
Als internationale Polizeiorganisation werden private Finanzierungen mit Argwohn betrachtet. 2011 etwa sorgte die von der FIFA geleistete Summe von 20 Millionen Euro für viel Tinte, insbesondere nach dem Korruptionsskandal, in den diese verwickelt war.
Doch im selben Jahr brachte ein Vertrag mit Philip Morris die Situation zum Überkochen. Die 15 Millionen, die der Zigarettenhersteller bereitstellte, dienten ausschließlich der Ausbildung von Polizisten, um Informationen über den Zigaretten-Schmuggel zu gewinnen. Das ist nichts anderes als Lobbying, das die Unparteilichkeit der Organisation vollständig untergräbt.
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